Hueseyin Isik

Hueseyin Isik

Selfie und Hinrichtungen (aus der Serie "Drei Tage vor Auschwitz")

Entstehungsjahr: 2016

Technik: Mischtechnik, fineart Druck (Unikat)

Format: 50 x 70 cm

Signatur: Rückseite

Rufpreis: € 2.500,- (inkl. Diasec)

Diese Arbeit können Sie noch bis 21. April zum Rufpreis erwerben. 20% des Erlöses gehen an die Künstlerin, 80% an das ANTIRASSISMUS ZENTRUM WIEN, um antirassistische & antifaschistische Projekte zu ermöglichen. - Kontaktieren Sie uns jetzt!


Hüseyin Işık wurde Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts in einem kleinen kurdischen Dorf geboren. Wann genau? Er weiß es auch nicht. Die ganze Familie emigrierte kurz darauf nach Istanbul. Bevor er zur Volksschule ging, entstand seine erste Zeichnung an der Wand, und er bekam seine erste Ohrfeige dafür. Von diesem Moment an begann er überall, mit allem, was ihm in die Finger kam zu zeichnen und handelte ihm noch mehr Ärger ein. 1975 wurde Işık seine erste Kurzgeschichte veröffentlicht, ein Jahr später seine erste Karikatur. Er begann damals als Karikaturist für verschiedene Zeitungen zu arbeiten. In der Türkei herrschte Bürgerkrieg, der im Militärputsch von 1980 gipfelte. Alles war verboten! Damals begann er an der Universität für Angewandte Kunst Graphik zu studieren. Als Karikaturist und Zeichner war er sowohl für große Tageszeitungen als auch für verbotene Zeitschriften tätig. Im Jahre 1984 nahm er gemeinsam mit anderen Karikaturisten an einer Wanderausstellung gegen die Todesstrafe teil.

1988 kam Hüseyin Işık nach Wien – in eine andere Welt mit anderen Menschen und einer anderen Realität, in ein balkanisiertes Mitteleuropa mit türkischem Kaffee. Ab Mitte der 1990er Jahre stellte er regelmäßig zu den Themen Identität, Rassismus, Fremdsein aus. Işık entwickelte eine Liebe zu öffentlichen Räumlichkeiten – zu Straßen, Gassen, Plätzen, Krankenhäusern, Universitäten, Volksschulen, Theatersälen, U-Bahnen, Bibliotheken, Bahnhöfen, Bussen, Baustellen… und zu einer anderen Art von Erzählungen. Die Stadt entdecken, dunkle Seiten zum Leuchten bringen, Frühstück als Kunst genießen. Er war Polizist bei der Ausweiskontrolle, brachte Skulpturen mit Sprengstoff zur Explosion, ermordete Kerzen durch den Entzug von Sauerstoff, errichtete Grenztore auf freiem Feld, brachte Bilder um für eine poetische Gerechtigkeit, ersteigerte zum Tode verurteilte Menschenrechtsaktivisten für die Freiheit, schrieb Chatprogramme ohne Strom und Kabel, nur mit Papier und Stift...

Er lebt seit 2003 am Friedrichshof im Burgenland und arbeitet als Zeichner, Illustrator, Karikaturist für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften tätig. Mitbegründer einiger Printmedien.


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