Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten!

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten!

von lightyear2000

 

Die internationale Künstler*innen-Szene in Wien zeigte am Welttag gegen Rassismus am 21. März Gesicht und bekannte sich zu Vielfalt. Im Rahmen der Benefiz-Veranstaltung ARTISTS 4 MORE ANTI-RACISM! spendeten engagierte Künstler*innen einzelne Werke, die nicht nur zwischen dem 19. und 21. März im Rahmen einer Ausstellung begutachtet, sondern auch ersteigert werden konnte.

Die Benefiz-Veranstaltung begann am 19. März mit der Eröffnung und endete am 21. März mit der Auktion. Das Projekt wurde von DAS BÜNDNIS für Menschenrechte & Zivilcourage initiiert und fand in der Bezirksvorstehung Margareten zur Unterstützung von antifaschistischen & antirassistischen Projekten, die vom ANTIRASSISMUS ZENTRUM WIEN umgesetzt werden, statt. Einige Kunstwerke sind noch verfügbar und können hier betrachtet und noch bis zum 21. April 2018 gekauft werden.

 

Künstler_innen gesucht und gefunden

Im Vorfeld waren Künstler_innen gesucht, die ihre Kunst für mehr Respekt und Zivilcourage spenden. Das Besondere ist, dass die Kunstschaffenden auch selbst etwas von dem Erlös bekommen, den sie im Fall einer Versteigerung erwirtschaften. Nämlich 20 Prozent, der Rest geht als Spende an die Projekte des ANTIRASSISMUS ZENTRUM WIEN.

Eines zeigte die Benefiz-Aktion auf jeden Fall: In Wien gibt es genug Künstler_innen, die sich für Antirassismus engagieren wollen und sich so mit ihren Arbeiten klar gegen Rassismus und Hass positionieren. Somit ging dies über das bloße „Herschenken der Kunst“ hinaus.

So konnte zum Beispiel die international anerkannte Künstlerin Marianne Greber ebenso für die Aktion gewonnen werden wie Tanja Boukal, die sich in ihrer gespendeten Stickarbeit mit der Entwicklung der ägyptischen Revolution und der Rolle der Frauen darin beschäftigt, oder der Tiroler Maler Robert Freund: „Ich finde es traurig, dass im Jahr 2018 noch immer und sogar wieder vermehrt Rassismus, Intoleranz, etc. in den Köpfen vieler Menschen herumgeistern und sichtbar werden. Es sollte schon lange klar sein, wohin das führt“, erklärt Freund seine Motivation seine Tuscharbeiten für das ANTIRASSISMUS ZENTRUM WIEN zu spenden.

 

Abgeordneter zum Nationalrat Mario Lindner, Bezirsvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery, Kurator Roland Fink, der Leiter des Antirassismus Zentrum Wien Hikmet Kayahan

 

Im Zentrum steht der Mensch

Die Kunstwerke beschäftigen sich dabei von queer-feministischen Themen über die künstlerische Aufarbeitung von Demonstrationen und Protesten bis hin zum Nationalsozialismus. Im Zentrum und über all diese Themen steht jedoch der Mensch, erklärt Kurator der Ausstellung Roland Fink: „Es ging um viele Facetten des Menschen, sein Tun und sein Handeln. Alle ausgestellten Kunstwerke erzählen eine Geschichte. Viele Arbeiten thematisieren eine Art Gegenstrategie gegen unsere Leistungsgesellschaft. Ich nehme mir Zeit, ich stehe da. Ein produktives Nichtstun im leistungsgesellschaftlichen Sinne. Somit kann man sagen: Das ist sehr wohl ein Tun, aber es ist kein leistungsorientiertes Tun.“

 

Auktionatorin Lucy McEvil, Kurator Roland Fink

 

Und es geht weiter...

Ein knappes Drittel der Kunstwerke wurden am Welttag gegen Rassismus versteigert. Sowohl Kurator als auch die Veranstalter_innen zeigen sich zufrieden. Ein erster Erfolg, der auch 2019 weitergeführt werden soll. So ist auch im kommenden Jahr die Veranstaltung ARTISTS 4 MORE ANTI-RACISM! geplant. Bis 2020 erhofft sich der Leiter des ANTIRASSISMUS ZENTRUM WIEN Hikmet Kayahan, dass die Auktion auch international Beachtung findet. „Wir brauchen Visionen“, erklärt Kayahan. Die internationale Reichweite der Benefiz-Aktion ARTISTS 4 MORE ANTI-RACISM! ist eine davon.

 

Auf der DAS BÜNDNIS-Homepage sind die nichtversteigerten Werke einsehbar und warten darauf, gekauft zu werden!

 

[Fotos: Jura Branellec]