Ready to RRRIOT?

Ready to RRRIOT?

von Lotte Blumenberg

Stadtspaziergänge, Podiumsdiskussionen, Screenings, Lesungen: diese und viele weitere Formate bietet das RRRIOT 2019. Das kollaborative, feministische Programmfestival geht in die zweite Runde und veranstaltet von 1. bis 8. März ein breitgefächertes Programm zu Themen der Kunst, Kultur, Gesellschaft und Politik aus feministischen Perspektiven.

Entstanden ist das Festival aus dem 2015 von Katharina Brandl und Therese Kaiser gegründeten Business Riot Festival, das die Position von Frauen* auf dem Arbeitsmarkt thematisierte und zur Vernetzung beitragen sollte. Inzwischen entwickelte sich hieraus die Business Riot Series, eine Weiterbildungsserie die mehrmals im Jahr Arbeitsmarktfragen für Frauen* aufgreift. An der Festival-Front hat das RRRIOT übernommen, das thematisch weit über die Arbeitswelt hinausgeht und die Sichtbarkeit von Frauen* im Kulturbereich und die Thematisierung von Gerechtigkeits- und Gesellschaftsfragen in den Mittelpunkt stellt.

Bei der Programmpräsentation Anfang Februar betonen die Organisator*innen Amira Ben Saoud, Therese Kaiser, Maxi Lengger und Victoria Hauser besonders den Partnerschafts- und Kooperationscharakter des Festivals: die insgesamt 70 Veranstaltungen werden gemeinsam mit 50 Programmpartner*innen organisiert und sind über ganz Wien verteilt. Gleichzeitig gibt es 2019 unter dem Motto „Community“ zum ersten Mal einen Fokusbezirk: Brigittenau. Kulturschaffende sollen hier an Orte gebracht werden, die nicht unbedingt mit Kultur verbunden werden, wie zum Beispiel das Haus zum Leben in Brigittenau. Die männliche Cheerleader-Gruppe „Fearleaders“ wird die Pensionist*innen besuchen und in einem Workshop „typische“ Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit hinterfragen. Ebenfalls im 20. Bezirk findet ein „Marktplatz der Fähigkeiten“ statt: Am Hannovermarkt geht es darum Alltagswissen der Bewohner*innen zu entdecken, Wissensaustausch anzuregen und verschiedene Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Doch auch abseits von Brigittenau ist viel geplant, im Festival-Hauptquartier im 7. Bezirk wird unter anderem über Wiens wiederkehrenden Titel als lebenswerteste Stadt diskutiert. Unter dem Titel „Wien, lebenswerteste Stadt – aber für wen?“ wird über Barrierefreiheit, Rassismus, Mehrfachdiskriminierungen u.v.m. diskutiert. Auch Panels zu Gewalt gegen Frauen in Österreich („Alle töten ihre Frauen, niemand tötet seinen Chef“) und zu digitaler Diskriminierung am Arbeitsmarkt finden im Programm Platz. Für etwas leichtere Kost sorgen zwischendurch Comedy, Partys, ein Voguing-Ball im Gartenbaukino, verschiedene Tech-Workshops, Konzerte, ein feministisches Popquiz und vieles mehr.

Der Großteil an Veranstaltungen ist frei zugänglich und kostenlos. Es gibt auch Events, die nur Mädchen*, Kindern oder Frauen* offenstehen oder für die ein Teilnahmebeitrag anfällt. Alle Infos zum Programm sind unter http://www.riotfestival.at/programm/ zu finden.