Zivilcourage im Alltag - Der Workshop

DAS BÜNDNIS, Zentagasse 39/2, 1050 Wien

Handlungskompetenzen & Strategien gegen Alltagsrassismus und Diskriminierung

Die Frau mit Kopftuch in der U-Bahn wird schon seit 5 Minuten von einer Gruppe Jugendlicher belästigt. 20 andere Fahrgäste blicken in ihre Zeitungen oder aus dem Fenster. | Eine Pensionistin schimpft laut im Bus auf „N**“ und anderes „volksfremdes Gesindel“, zeigt mit erhobenem Finger ständig auf den jungen Schwarzen, der im Gang steht. Alle anderen Fahrgäste schauen betroffen aus dem Fenster, eine andere Frau bemerkt: „Früher hätte es das nicht gegeben!“ | Seit Tagen haben die SchülerInnen in der Klasse für alle Missstände eine Erklärung: Die Juden sind an allem Schuld; Gott hat schon gewusst, warum er sie so leiden lässt; und überhaupt gehören die alle weg! | Nach den Blondinen-Witzen sind nun Schwulen- & „Tschuschen“-Witze der Renner unter den KollegInnen; es wird herzhaft gelacht; Einwände als Humorlosigkeit abgetan. | Fünf Burschen ziehen „Sieg Heil!“ skandierend durch die Straße; PassantInnen wechseln die Straßenseite; der Polizist, an dem die Burschen vorbeikommen, dreht sich weg. | Durch die dünnen Wände hört man täglich, wie der Nachbar seine Kinder schlägt; das Weinen der Kinder ist herzzerreißend; die Nachbarin hat regelmäßig ein blaues Auge. | Der Alpha der Clique hebt seit einiger Zeit regelmäßig den Arm zum Hitlergruß; die ersten aus der Gruppe haben das schon übernommen. | …

„Ich weiß schon, ich hätte eingreifen sollen, aber ...“ – wer kennt das nicht? Die Ausreden für unser Wegschauen sind mannigfaltig. Am Abend dann, kurz vor dem Einschlafen: Ich hätte so und so reagieren sollen/können/müssen... Wir schauen gerne weg, wenn es zu gewalttätigen oder verbalen Übergriffen kommt, wenn wir beobachten, wie Unrecht geschieht.

Es gibt zahlreiche Hindernisse, die mich davon abhalten, einzugreifen. Woher kommt die Angst, aktiv zu werden? Mich mit dem Opfer zu solidarisieren? Bin ich ein Feigling, weil ich nicht genug Zivilcourage gezeigt habe? Was bedeutet Zivilcourage eigentlich? Muss ich mich zu einem Rambo für das Gute, für die Rechte der Unterdrückten ausbilden lassen, Kampftechniken erlernen?

Im ersten Teil des Workshops geht es zunächst selbstreflektiv um die eigenen inneren Bilder, Grenzziehungen und Positionierungen. Wir wollen unseren Blick für Diskriminierungen im beruflichen und privaten Alltag schärfen; denn wenn wir das Geschehen nicht als diskriminierend wahrnehmen, gibt es auch keinen Handlungsbedarf.

Im zweiten Teil entwickeln wir Strategien und Handlungsansätze, schauen uns die Voraussetzungen und konkreten Möglichkeiten von Zivilcourage im Alltag an, erweitern das eigene Verhaltensrepertoire und stärken unsere Handlungskompetenzen.


Trainer:
Hikmet Kayahan - Trainer für Antirassismus, Interkulturelle Kompetenzen und Interkulturelles Konfliktmanagement

Termin:
Sonntag, 19. November 2017, 09.00 – 18.00 Uhr (8 Arbeitseinheiten)
(Warum am Sonntag? – Damit auch berufstätige Menschen teilnehmen können.)

Veranstaltungsort:
DAS BÜNDNIS, Zentagasse 39/2, 1050 Wien (Lageplan)

Kosten:
Euro 50,00 Unkostenbeitrag
Euro 25,00 für DAS BÜNDNIS-Mitglieder
Jetzt Mitglied werden!

Zielgruppe:
Menschen ab 16 Jahren, die für ihren Alltag mehr Handlungskompetenzen erarbeiten möchten. Maximal 14 TeilnehmerInnen.

Anmeldeschluss:
Mittwoch, 15.11.2017

Anmeldung & Info:
info@das-buendnis.at